Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Prof. Broelsch: Ein Pressespiegel
Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Prof. Broelsch: Ein Pressespiegel
Münster/ Essen: Liebe Damen und Herren Journalisten, Redakteure, Blogger und Interessierte,
es gibt in unserem Deutschland für alles Mögliche Pressestellen, Pressemitteilungen, Pressesprecher und so fort. Und es gibt die Möglichkeit diese Stellen zu kontaktieren, wenn man über etwas berichten will.
Der vorliegende Fall ist ein Beispiel dafür, wie man all zu leicht Gefahr laufen kann tendenziös zu berichten, wenn man lediglich bestimmten Quellen vertraut oder in sehr komplexen Zusammenhängen aus sicherer Entfernung eins und eins zusammen rechnet. - Oder einfach nur abschreibt!
Da gibt es in Essen am 10.07.2009 einen verfahrenstechnischen Super GAU (Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Prof. Broelsch): Sehen Sie was ich meine? Wesentliche Punkte
wie „Räuberische Erpressung“, Organhandel, oder Verstösse gegen das Transplantationsgesetz wurden zum Hauptverfahren entweder gar nicht erst zugelassen, oder sind in der Presseerklärung überhaupt nicht zu finden. „Dieses steht in seiner rechtlichen Wirkung einem Freispruch gleich.“wird die Verteidigung in der „derwesten.de“ zitiert.
In der einschlägigen Nachrichtenpresse vom 10.07.2009 und 11.07.2009 findet sich indes meist nur dieses: Klacks. Sehen Sie das Foto mit den lustigen schwarzen Balken vor den Augen? Das haben wir doch vorher schon irgendwo einmal gesehen. Das Foto ist super, wo doch jetzt „räuberische Erpressung“ in expressis verbis kein Vorwurf mehr ist, und damit der Kern der ganzen Anklage schon zu einem Zeitpunkt gar nicht mehr im Raume steht, wo noch nicht einmal der erste Verhandlungstermin stattgefunden ist, geschweige denn ein Zeuge vernommen. Ach richtig. Das hat in diesen Artikeln ja auch niemand behauptet. (Uuups, schon wieder der mit dem lustigen schwarzen Balken.) So, und das soll dann also nicht tendenziös sein, wenn über das Wegfallen der schlimmsten Vorwürfe nicht berichtet wird, obschon die gleichen Quellen dies vormals sehr wohl taten?
Und nun zur Preisfrage: Das Landgericht Essen folgt der Argumentation der Staatsanwaltschaft betrefflich der schlimmsten aller Vorwürfe, beispielsweise dem der „räuberischen Erpressung“, in der heutigen Presserklärung nicht. Auch weitere zahlreiche Anklagepunkte sind zum Hauptverfahren nicht zugelassen worden: Wo haben denn die Damen und Herren Redakteure, die manche der oben verlinkten Artikel vom 10.07.2009 oder 11.07.2009 verfasst haben bitte ihre Quellen? Sind dies eine oder mehrere? Wenn es mehrere sind: Sagen die alle das Gleiche?
Zu dem Artikel, der gestern im Nachrichtenportal derwesten.de erschienen ist, und der die Angelegenheit ganz anders ausleuchtet, und vor allen Dingen erheblich tiefer recherchiert ist, als das Meiste andere, am Rande noch Folgendes zur Ergänzung: Wie wir sehen klappt es in Essen in der Transplantationsmedizin ja so richtig toll. So toll dass ich noch einen Satz brauche um alles zu verlinken. Auch ein Blick in die Fachpresse zur Lebertransplantation im Zeitalter der MELD-Allokation und „Rescue-Organ offers“ zeigt, dass die aktuell publizierten Essener Ergebnisse rekordverdächtig sind. UK Essen Nr. 1 bei Lebertransplantationen. Macht weiter so! Ich les´ jetzt noch ein bischen vor´m schlafengehen.
Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Prof. Broelsch
Samstag, 11. Juli 2009