Prozess vor dem Landgericht Essen: Staatsanwaltschaft plädiert
Prozess vor dem Landgericht Essen: Staatsanwaltschaft plädiert
Prozess vor dem Landgericht Essen: Staatsanwaltschaft plädiert
Essen: Im Oktober 2007 wurde Professor Broelsch suspendiert, ohne zwingenden Grund, nur auf Verdacht begründet. Es waren keine Patienten zu Schaden gekommen, es ging um Spenden im Zusammenhang mit Operationen von Kassenpatienten auf ein Forschungskonto des Uni-Klinikums Essen.
Wir haben damals in unserer Betroffenheit und Not sehr persönliche Briefe an den ärztlichen Direktor Holtmann und den Rektor Zechlin geschrieben. Professor Broelsch hat 1999 in einer äußerst schwierigen Operation meiner Frau das Leben gerettet,-und sie lebt heute noch!
Wir haben keine Antwort bekommen, und so erging es auch allen anderen, die sich für den Angeklagten eingesetzt haben.
Stattdessen begann ein großes Kesseltreiben von Staatsanwaltschaft und Polizei, wie gegen einen Schwerstkriminellen! Professor Broelsch konnte auch auf Anraten von Minister Pinkwart anonym angeschwärzt werden (eine Erinnerung an schlimme Zeiten!). Was hätten denn betroffene Patienten zu befürchten gehabt, wenn sie sich offen gemeldet hätten? Minister Laumann sprach von "krimineller Energie und dass man mit aller Härte vorgehen müsse"!
Diese Vorverurteilung zog sich durch die ganze Beweisaufnahme, die Berichterstattung und den Prozess- und gipfelt jetzt in der Forderung der Staatsanwaltschaft nach 4 Jahren Haft und 3 Jahren Berufsverbot, ein Strafmaß, wie es nach Tötungsdelikten oder schweren Körperverletzungen vorkommt! Hätte die Strafverfolgungsbehörde den offenen Brief von E.Tittel an die Justizministerin Frau Piepenkötter und den Rektor Professor Zechlin gelesen (z.B. Homepage U.Coppel), wäre die Anklage weitgehend zusammengebrochen!
Es wird ständig der Eindruck erweckt, als habe sich Professor Broelsch die Spenden selbst in die Tasche gesteckt, es ist die Rede von "als Spenden getarnte Zusatzhonorare", von "Geldgier" und "Abzockermentalität". Er habe "Handel mit Angst, Not und Leid der Patientengetrieben".
Jeder, der Professor Broelsch besser kennt, weiß, dass das völlig unhaltbare und abwegige Vorwürfe sind! Aber jeder, der sich positiv über den Angeklagten äußert, wird lächerlich gemacht oder erst gar nicht angehört. Selbst einem Mann wie Peer Steinbrück, der sich einmal diskret für das angebliche "Monster" eingesetzt hat, ist empfohlen worden, er solle sich eine bessere Menschenkenntnis zulegen!
Natürlich muss eine Staatsanwaltschaft Vorwürfen nachgehen, und wenn sie nach 27 Prozesstagen zu dem Schluss gekommen ist, das Recht sei durch den Angeklagten gebrochen worden, muss sie auch ein Strafmass fordern. Aber das Ganze kann doch nicht ohne Ansehen der Person und der Lebensleistung geschehen, noch dazu in einer Sprache, die von der der Boulevard-Presse kaum noch zu unterscheiden ist!
Unser Vertrauen in die Staatsanwaltschaft ist erheblich gestört! Uns bleibt nur die Hoffnung auf die Unabhängigkeit des vorsitzenden Richters!
Dr. med.Cordula Joraschky
Dr.rer.nat.Werner Joraschky
Hinweis: Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft Essen fand am Montag, 22.02.2010 vor dem dortigen Landgericht statt.
Donnerstag, 25. Februar 2010
Professor Broelsch nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft Essen, vor dem Landgericht am 22.02.2010, im Gespräch mit fassungslosen Patienten
Foto: © Ulrich Coppel