Broelsch-Prozess:
Verteidigung plädiert
Broelsch-Prozess:
Verteidigung plädiert
Broelsch - Prozess: Verteidigung plädiert: Patientenstatement von Dirk Balke (Lebend-Leberspender)
Wer wie ich den Prozess von Prof. Dr. Broelsch (ausser in der Presse) live nur über die beiden Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung erlebt hat, fragt sich, wie kann es sein, dass hier zwei grundverschiedene Menschen geschildert werden. Vorweg sei gesagt, dass ich durch meine persönlichen Erlebnisse den Menschen kenne, den die Verteidigung gestern in Ihrem Plädoyer so brillant geschildert hat, und natürlich in dem Schlusswort von Prof. Dr. Broelsch selbst, der wieder bewiesen hat, dass er nicht nur ein Gigant der Medizin, sondern auch ein absolut hörenswerter Redner ist.
Was die Staatsanwaltschaft am 22.02.10 in Ihrem Plädoyer dem Gericht und dem anwesenden Volk dagegen zugemutet hat, war schlechtweg eine Katastrophe und wurde auch zurecht von Prof. Dr. h.c. Hamm, einem der beiden Verteidiger, auf chirurgische Weise zerlegt.
Ein besonderes Merkmal dieses Prozesses ist anscheinend, dass sich die Staatsanwaltschaft auf ständigem Rückzug ihrer ursprünglichen Anschuldigungen befindet. Von ersten Vorwürfen der räuberischen Erpressung ist man ja schon frühzeitig abgerückt - dagegen haben Teile der Presse anscheinend immer noch nicht begriffen, dass auch vom Organhandel keine Rede mehr ist.
Inzwischen wird auch klar, dass der Vorwurf der Nötigung und des Abrechnungsbetruges viel Fantasie braucht um weiter bestehen zu können.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Gericht den konstruierten Vorwürfen der Staatsanwaltschaft in ihrem Urteil folgen wird, und den Forderungen nach vier Jahren Haft, für einen der besten Ärzte diesen Landes der vielen Menschen das Leben gerettet hat, nachkommt.
Bleiben wird sicher der Vorwurf der Steuerhinterziehung in den Jahren 02 und 04, die Herr Prof. Dr. Breolsch durchaus als Fehler zugegeben hat. Verglichen zu seiner Steuerlast, die er seit Jahren trägt, ist die Hinterziehung allerdings relativer Peanuts und bewegt sich keinesfalls in den Dimensionen eines Herrn Zumwinkel (das hat auch die Staatsanwaltschaft zugegeben).
Bleibt zu hoffen, dass Herr Prof. Dr. Broelsch bald wieder seiner eigentlichen Berufung nachgehen kann - Leben retten!
Dirk Balke (Leberlebendspender)
Donnerstag, 4. März 2010
Prof. Dr. Broelsch mit Teri und Alyssa Smith. Spenderin (Mutter) und Empfängerin (Tochter) der weltweit ersten gelungenen Lebend-Lebertransplantation im Jahr 1989 bei einer Feier zum zwanzigsten Jahrestag der Operation im Oktober 2009.
Foto ©
Ulrich Coppel