Der eritreische Minister für Information, Yemane Gebremeskel in seinem Büro

Eritreas Informationsminister Yemane Gebremeskel zu aktuellen Presseberichten über Mobilisation

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Interview von Ulrich Coppel

Asmara. Der eritreische Minister für Information Yemane Gebremeskel erläutert am 17.09.2022 (Samstag) gegenüber ulrich-coppel.de die aktuelle Situation und Hintergründe im seit November 2020 andauernden Krieg mit der „Tigray´s People Liberation Front“ (TPLF) aus seiner, und der Sicht der Regierung Eritreas. Er dementitiert Teile eines aktuellen Berichtes der BBC, wonach Eritrea am 15. September 2022 (Donnerstag) mit einer „Massenmobilisation“ begonnen hätte. Die BBC berichtete in dem Artikel ferner, dass …“Reservisten bis zum Alter von 55 Jahren“… einberufen worden seien, und berief sich dabei auf nicht näher genannte Quellen.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet am 17.09.2022 (Samstag) über eine generale Mobilmachung Eritreas, und beruft sich auf ein Tweet mit einem Reisehinweis der Regierung Kanadas. Demnach sollen sogar Reservisten bis zum Alter von 60 Jahren einberufen werden.

Im Interview schwächt Eritreas Minister für Information Yemane Gebremeskel diese Berichte stark ab, und spricht von einer „winzigen Zahl von Einberufungen.“

Hinweis: Ulrich Coppel kann die Informationen in diesem Interview nicht überprüfen. Es handelt sich um die Sichtweise des Eritreischen Minister für Information und er Regierung Eritreas.

Ulrich Coppel: Wie beschreiben Sie die aktuelle Lage im Kriegsgebiet in der äthiopischen Region Tigray und den benachbarten Regionen Amharen und Afar?

Yemane Gebremeskel: „Die Medien haben geflissentlich übersehen, dass es erneut die TPLF war, die mit ihrer dritten Offensive in Kobo und anderen Amhara-Gebieten die aktuelle Runde der militärischen Auseinandersetzungen ausgelöst hat. Dies geschah, während die Bundesregierung einen dauerhaften Waffenstillstand erklärt hatte und beide Seiten indirekte Friedensgespräche führten. Die unprovozierten Aktionen der TPLF haben zu einer Eskalation des Krieges geführt, der sich an mehreren Fronten abspielt.“

Ulrich Coppel: Was sind die Ziele der „Tigray´s People Liberation Front“ (TPLF)?

Yemane Gebremeskel: „Die Kriegspläne der TPLF beschränken sich nicht auf Äthiopien. Von Anfang an, als sie im November 2020 das Nordkommando angriff, waren militärische Angriffe gegen Eritrea zur Durchsetzung ihrer Ziele der territorialen Ausdehnung und des Regimewechsels immer im Gespräch. Unter diesen Umständen ist das legitime Recht Eritreas auf Selbstverteidigung unumstritten.“

Ulrich Coppel: Welches sind die Ziele Eritras in diesem Krieg?

Yemane Gebremeskel: „Eritrea hat kein besonderes Interesse an der Region Tigray. Das Friedensabkommen von 2018 gilt zwischen Eritrea und Äthiopien, und es schließt die Region Tigray natürlich ebenso ein wie andere Regionen in Äthiopien. Aber die TPLF – und nicht das Volk von Tigray – hat eine fest verwurzelte feindliche Agenda gegen Eritrea, die Folgendes beinhaltet: Einverleibung eritreischer Gebiete, Regimewechsel und zuweilen die Zerstörung der nationalen Identität Eritreas, um Eritreas Hochland und das östliche Tiefland in „Greater Tigray“ einzugliedern. Die EU und die USA sind sich dieser toxischen Politik der TPLF durchaus bewusst, aber sie ziehen es vor, sie für ihre eigenen Ziele zu nutzen.“

Ulrich Coppel: In einem aktuellen Bericht der BBC wird von „Massenmobilisation“ in Eritrea berichtet. Demnach würden Reservisten bis zu einem Alter von 55 Jahren eingezogen. wer dem nicht Folge leisten würde, hätte mit „schwerwiegenden Konsequenzen zu rechnen“. Wie nehmen Sie dazu Stellung?

Yemane Gebremeskel: „Eritrea mobilisiert nicht seine gesamte Bevölkerung. Dies ist eine bewusste Verzerrung und Übertreibung der Realität vor Ort. Einige Reservisten wurden einberufen, aber das ist eine winzige Zahl.“

Hinweis: Ein aktueller Hintergrundbericht und Kommentar folgt in Kürze.

English Version




Ein Kommentar

  1. Ich würde. fragen Zahl mezich nur Tigray Dapplt alles Eritrea das klar Eritrea virtadigen muss und Wiso nicht wie die USA auch hatte eine Schtimme Dankschön Frau Ulrich Coppel

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